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Schneller Finne
Nach Österreich und Deutschland ging der dritte Lauf zum Yamaha R6-DUNLOP-CUP an Finnland. Niki Tuuli (FIN-Imatra, AC MoTeC) schrieb damit am Nürburgring Geschichte, denn zum ersten Mal überhaupt stand ein Finne ganz oben auf dem Cup-Podest. Der 16-jährige Rookie setzte sich letztlich souverän gegen Marc Buchner (Königswinter, Fast-Bike-Service-Team Schüller) und Marcel Weihe (Petershagen, Selecta-Racing-Motorrad Weihe) durch. In der Gesamtwertung löste Buchner den bisherigen Spitzenreiter Marco Nekvasil (AUT-Matzen, GERIN-SKM Emonts RT) ab, der in der siebten Runde gestürzt war.
Tuuli hatte am Freitag und Samstag auf regennasser Piste seinen Ruf als 'Rainman' untermauert, ein Plattfuss im Abschlusstraining kostete ihn allerdings die Pole Position. Doch am Renntag bewies er, dass er auch im Trockenen richtig schnell sein kann. Obwohl er den Nürburgring bis zum Start nur im Nassen kannte, stellte unterbot Tuuli im Rennen den immerhin seit drei Jahren bestehenden Rundenrekord um zwei Zehntel. "Ich habe einfach von Anfang an gepusht und konnte rasch einen kleinen Vorsprung rausfahren. Allerdings habe ich mich bei Rennmitte einmal verbremst und musste einen weiten Bogen fahren, dabei kamen die Verfolger noch einmal näher", verriet der Sieger. Im Ziel hatte Tuuli dann wieder einen sicheren Vorsprung von knapp vier Sekunden.
Der Start war an Mark Buchner gegangen: "Als Niki dann vorne war, habe ich versucht, dranzubleiben, konnte aber seinen Speed nicht ganz mitgehen. Zudem hat mir ein Trainingssturz zu schaffen gemacht. Meine rechte Seite ist stark geprellt, dadurch fehlte mir am Ende die Kraft, um Druck auf die Fußrasten zu geben. Deshalb habe ich mich darauf konzentriert, konstant mein Tempo zu fahren, denn ich wusste, dass mir Marcel im Nacken sitzt und wollte auf keinen Fall in den letzten Runden wieder Plätze einbüßen wie zuletzt in Oschersleben", schilderte der 21-jährige Buchner sein Rennen.
Marcel Weihe durfte als Dritter zum ersten Mal aufs Podest steigen. Der frühere 125er-Pilot hatte verletzungsbedingt fast zwei Jahre pausiert und nimmt nun im Yamaha-Cup einen neuen Anlauf. Mit Erfolg. "Ich habe alles gegeben, um Marc zum Schluss noch attackieren zu können. In der vorletzten Runde konnte ich den Rückstand auf eine halbe Sekunde verkürzen, aber mehr ging einfach nicht", räumte der 17-Jährige ein.
Dahinter balgten sich gleich sechs Fahrern um Rang vier, den sich nach zahlreichen Positionswechseln schließlich Toprak Razgatlioglu (TUR-Antalya, Romero) holte. Der 15-jährige Türke wird neuerdings von Aytunc Tas betreut, der vor zehn Jahren Kenan Sofuoglu nach Deutschland gebracht hat und mit ihm 2002 den Cup gewann: "Aytunc gibt mir mit seiner Erfahrung und seiner Ruhe viel Sicherheit. Mein Motorrad hat super funktioniert. Auch mein Start war gut, doch dann ist Manou direkt vor mir heftig abgeflogen, das hat mich zwischenzeitlich etwas aus dem Rythmus gebracht. Aber ich bin sehr froh über die Platzierung und freue mich jetzt richtig auf den Red Bull Ring.
Philippe von Gunten (SUI-Linden, Schnock Juniors by Romero) war einer der Kandidaten, der dem jungen Türken Platz vier streitig gemacht hatte: "Es war ein harter, aber sehr fairer Kampf mit Toprak. Der Bursche bremst schon verdammt spät", räumte der Schweizer ehrlich ein.
Mehr mit dem Gas, als mit der Bremse haderte der Sechstplazierte Andreas Klambauer (AUT-Tragwein, Leebmann Racing Team Klambauer): "Mir wäre in der letzten Runde fast der Sprit ausgegangen, dadurch hatte ich kurzzeitig Aussetzer, sonst hätte ich Platz vier wohl halten können. Trotzdem ein großes Dankeschön an mein Team. Wir hatten dieses Wochenende einige Probleme und sie haben alle perfekt gelöst."
Ein Aufwärtstrend zeichnet sich bei Alain Bonnet (FRA-Barr, Team Rubin Endurance 67) ab. "Ich hatte bei allen Trainings Probleme mit der Bremse. Wir haben alles Mögliche probiert und im Rennen hat es glücklicherweise funktioniert. Ich konnte von Startplatz 23 bis auf sieben vorfahren, jetzt bin ich zuversichtlich fürs nächste Rennen", sagte der stets freundliche Elsässer.
Für Toni Riedel (Mühlau, Moto Meinig/PZmotorsport) war das Wichtigste, dass ihm die Hand, die er vor gut fünf Wochen beim Radfahren gebrochen hatte, keine Probleme mehr bereitet: "Im Rennen hatte ich keine Schmerzen. Ich konnte sogar bis zu Toprak aufschließen, am Ende hat mich ein Überrundungsmanöver noch einen Platz gekostet, aber Rang acht nach der Verletzung ist schon OK". Als letzter dieses Verfolgerpulks brachte Patryk Kosiniak (POL-Tarnow, Artman Racing Motopoint) Rang neun ins Ziel. Ville Valtonen (Kotka, Motorservice Tretow) verbuchte als Zehnter sein drittes Top-Ten-Resultat in Folge, war aber nicht ganz zufrieden: "Das Quali muss einfach besser werden", bemerkte der Finne selbstktitisch.
Die weiteren Punkteränge belegten Robert Neubert (Chemnitz, Motorradtke-ADAC Sachsen), Patrik Zupancic (Leimersheim, Romero/ADAC PFALZ), Florian Pfanzelt (Adelsried, Team Flo-Racing - Hintermeyer), Florian Müller (Grünwald, BBM e.V. Motopoint) und Reto-Luc Wiederkehr (SUI-Thun, MotoStar - Romero Team).
Die beiden farbigen Motorräder waren nicht lange zu sehen. Der Trainingsschnellste Manou Antweiler (Bleckede, AC MoTeC), erstmals mit der roten Verkleidungs des Führenden in der NGK-Rookie-Wertung unterwegs, stürzte bereits in Runde eins mit einem spektakulären Highsider. Marko Nekvasil, als Tabellenführer in gelb gestartet, kam nur sieben Runden weiter. Glücklicherweise haben beide nur Prellungen davongetragen.
Stand nach 3 von 8 Rennen: 1. Marc Buchner (49 Punkte), 2. Niki Tuuli (41), 3. Philippe von Gunten (40), 4. Marco Nekvasil (35), 5. Manou Antweiler (33), 6. Marcel Weihe (31), 7. Toni Riedel (28), 8. Patryk Kosiniak (27), 9. Ville Valtonen (26), 10. Alain Bonnet (26
www.yamaha-cup.de
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